Die rumänische Tracht ist ein Denkmal im wahrsten Sinne des Wortes. Sie gehört soziologisch oder ethnografisch gesehen nicht zu dem Begriff Kleidung, sondern ist den ägyptischen Pyramiden vergleichbar, den französischen Kathedralen und den holländischen Deichen. Dieses Recht steht ihr zu, denn sie ist ein Zeugnis der Reife einer in sich abgeschlossenen Zivilisation. Sie ist ein sichtbares und fühlbares Zeugnis für eine dörfliche Zivilisation auf rumänischen Boden. Die rumänische Tracht führt uns aus dem Bereich der Kunst hinüber in den Bereich der Geschichte Ihr Anblick lässt mich weder an einen Dorfreigen denken, noch an Volkslieder oder Rätsel und Geschichten, wie sie im Volk erzählt werden; sie steht im Einklang mit der vollkommenen und harmonischen Niederlassung, der freien Gemeinde, die es verstanden hat, alle Unbilden der Geschichte durch ihre unübertreffliche Fähigkeit der Selbstverwaltung und Anpassung zu überdauern.
